Geduld

Wenn der Baum geboren wird,
ist er nicht sofort groß.
Wenn er groß ist,
Blüht er nicht sofort.
Wenn er blüht,
bringt er nicht sofort Früchte hervor.
Wenn er Früchte hervorbringt,
sind sie nicht sofort reif.
Wenn sie reif sind,
werden sie nicht sofort gegessen.
Aegidius von Assisi

Demut – biblische Begriffe erklärt

In der Bibel lesen wir immer wieder von Demut.
Demut ist eine Eigenschaft, die man bei Christen finden soll (Kol 3,12).

Wir mögen es wenn andere demütig sind. Aber hier geht es nicht um die anderen hier geht es um jeden ganz persönlich.
Um was geht es bei Demut – wie sieht Demut praktisch aus? – Wie kann es aussehen wenn Demut ein Lebensstiel wird? Demut als die neue Mode!

Was zeichnet Demut aus?
Wenn jetzt jemand z.B. besonders gut Klavier spielt, oder singen kann. Ist es dann Demut, wenn man seine Gaben verneint oder leugnet?

Jesus ist auch im Bereich der Demut unser großes Vorbild. Er hat aber aber nie geleugnet wer er ist. Als er ein Wunder tun sollte, sagte er nicht, „dass können meine Jünger viel besser“ – er hat das Wunder getan.
Was bedeutet es also demütig zu sein? Wie können wir Demut definieren?
Demut bedeutet die richtige Selbsteinschätzung Gott und den Mitmenschen gegenüber.
Die richtige Selbsteinschätzung Gott gegenüber heißt, dass wir uns im klaren sind, dass er unser Herr ist, dass wir ohne seine Vergebung keine Chance hätten und dass wir ganz auf ihn angewiesen sind. Es bedeutet auch, dass alles was wir leisten, auf Gott zurückführen ist. Wenn wir besonders musikalisch sind – wer hat uns diese Gabe gegeben?- Gott. Wenn wir sportlich, intelligent, schön, erfolgreich oder sonst irgendetwas sind – wer hat uns dies gegeben? Gott.

Demut ist aber auch die richtige Selbsteinschätzung gegenüber unseren Mitmenschen. Und zwar aus Gottes Sicht. Gott stuft uns Menschen nicht nach Erfolg, Aussehen und Leistung ab. Demut heißt, dass wir nicht uns auf eine höhere Stufe stellen als unsere Mitmenschen – dass wir nicht meinen etwas besseres zu sein. Der Chef ist vor Gott nicht mehr als der unterste Angestellte. Ein Pastor ist vor Gott nicht mehr als einer der frisch zum Glauben gekommen ist.

Demut geht noch weiter. Demut ist die Einstellung eines Dienenden. Demut bedeutet den Mut haben, anderen zu dienen. Hier ist Jesus unser bestes Vorbild. Er hat seinen Jüngern die Füße gewaschen. Eine Aufgabe, die der unterste Sklave normalerweise machte. Jesus hatte aber den Mut zu dienen.
Nebenbei: Demut sucht auch nicht nach Ruhm und Anerkennung.

Kein Glaube ohne Umkehr

Wayne Grudem schreib in seinem Buch Biblische Dogmatik Folgendes zu diesem Thema:

Wenn wir uns dessen bewusst werden, dass echter rettender Glaube von echter Buße für die Sünde begleitet sein muss, hilft uns dies zu verstehen, weshalb manche Evangeliusverkündigung heute nur solche unzureichenden Ergebnisse erbringt. Wenn die Notwendigkeit der Buße gar nicht erwähnt wird, lautet die Botschaft des Evangeliums manchmal nur: „Glaube an Jesus Christus, und du wirst gerettet werden“,  ohne dass überhaupt noch etwas von der Buße gesagt wird. Diese verwässerte Version des Evangeliums fordert keine rückhaltlose Hingabe an Christus von ganzem Herzen – die Hingabe an Christus muss, wenn sie echt sein will, einen Herzensentschluss zur Abkehr von der Sünde einschließen. Predigt man die Notwendigkeit des Glaubens ohne Buße, so predigt man nur das halbe Evangelium. Dies wird zur Folge haben, dass viele Menschen getäuscht werden; sie denken dann, sie hätten das christliche Evangelium gehört und es ausprobiert, aber es sei nicht mit ihnen geschehen. Sie könnten sogar etwa Folgendes sagen: „ich habe Jesus Christus immer wieder als meinen Retter angenommen, und es hat nie richtig funktioniert.“ In Wirklichkeit jedoch haben sie Christus nie richtig als ihren Retter angenommen, denn er kommt in seiner Majestät zu uns und lädt uns ein, ihn als denjenigen zu empfangen, der er ist – als denjenigen der auch der absolute Herr unseres Lebens zu sein verdient und verlangt.