Jesus als Zelot?

Der amerikanisch/iranische Autor Reza Aslan hat ein Buch über Jesus geschrieben und ihn dort als Zeloten beschrieben.
Demnach haben seine Jünger um der Rache Roms zu entgehen die Evangelien so geschrieben, dass Jesus nicht mehr als der verstanden wird, der Gewalt als legitime Widerstandsform verstand.
Daniel Frick hat bei Pro-Medienmagazin eine Rezension geschrieben:

[…]Die Berichte über Jesus in den neutestamentlichen Schriften, insbesondere den Evangelien, sind immer schon eine Deutung seiner Person. Demnach ist Jesus Christus der Erlöser der ganzen Welt. Um zu ermitteln, was zu dieser Deutung geführt haben könnte, müsste man also die „historischen Fakten“ herauslesen.[…]

[…] Jesus letztendlich nur einer der vielen Messiasse war, die ihr Volk befreien wollten. Wenn Jesus vom „Reich Gottes“ sprach, dann meinte er nicht ein „inwendiges“, „unsichtbares“ Reich, wie es die christliche Überlieferung Glauben macht, sondern die Restauration Israels. Mit seinen Heilungen und Wundern stellte er den etablierten Tempelbetrieb in Frage. […]

[…]Die Frage der Gewalt ist für Aslan entscheidend für die Identität Jesu: Wenn er Gewalt billigte, dann war er Zelot und nicht der „friedliebende“ Jesus des Christentums. Jesus billigte laut Aslan die Gewalt. Als Beleg zieht er eine bekannte Bibelstelle heran: In Matthäus 10,34 sagt Jesus, er sei nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert.[…]Darüber hinaus: In welcher Höhle versammelte Jesus seine bewaffneten Anhänger, um die römischen Truppen zu überrumpeln?[…] Weiterlesen

Pilatus und die Kreuzigung

Ponitus Pilatus war kein Mensch der für seine Milde bekannt war. Er ist als kalter und harter Regent in die Geschichte eingegangen.
Er war kein Vertreter von Rücksicht und hatte keine Probleme das jüdische Volk vor dem Kopf zu stoßen.
Warum ließ er Jesus – obwohl er von seiner Unschuld überzeugt war – hinrichten. Warum gab er den Druck nach?

Begeben wir uns auf eine Reise in die Hauptstadt des Weltreichs. Nach Rom.
Dort regierte der Kaiser Tiberius. Tiberius war ein misstrauischer Kaiser. Nach einem Aufstand eines engen Vertrauten von Pilatus, Sejanus, welchen Tiberius daraufhin hinrichten ließ, schlug der Kaiser bei jedem Anzeichen auf eine Verschwörung grausam und unberechenbar zu.
Diese Hinrichtung musste selbst bei dem eiskalten Pilatus Spuren hinterlassen haben.
Der  ansonsten äußerst harter Stadthalter war möglicherweise dadurch eingeschüchtert. Der Vorwurf (Joh.19,12) er sei kein Freund des Kaisers, wenn er einen „politischen Unruhestifter frei lasse, erklärte warum Pilatus der Kreuzigung nach gab.
Pilatus könnte Angst vor Tiberius‘ Misstrauen haben. Er gab nach und befahl aus Angst die Kreuzigung.

Leben, Tod und Geburt

Gibt es ein Leben nach dem Tod und gibt es einen Gott?
Eine Geschichte die mich an diese Frage erinnert:

9270Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das ist Blödsinn!“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“

„So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.“

„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt’. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punkt.“

„Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt….“

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Schuld und Sühne (2)

Cross 3Und er ist das Sühneopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern für die der ganzen Welt. (1Joh 2,2)
Wer den Aussagen der Bibel nachgeht, stößt oft auf Fragen. Wozu braucht ein allmächtiger Gott ein Opfer für die Sünde? In wie fern kann das Blut von Jesus Vergebung bewirken (1Joh 1,7)?
Auf welche Art und Weise kann dies, in einer aufgeklärten Gesellschaft kommuniziert werden?

Eine Frage der Gerechtigkeit
Ist Gott rachsüchtig? Warum ist zur Vergebung das Sterben Jesu notwendig? Kann das ein Gott der Liebe sein?
Dies sind Fragen die gestellt werden.
Vorab, Gott ist weder rachsüchtig, noch blutrünstig oder ungerecht.
T. Keller schreib hierzu:
Lassen Sie mich die Antwort so anfangen: Jesus musste nicht sterben, obwohl Gott uns liebt, sondern weil Gott uns liebt. Und er musste sterben, weil alle Liebe die das Leben verändert, die Qualität eines stellvertretenden Opfers hat.
Gottes Liebe und Gerechtigkeit funktionieren nur im Tandem.
Der Gerechtigkeit, die Konsequenzen für ein Handeln fordert, steht die Liebe gegenüber die Versöhnung möchte.
Beides muss erfüllt werden.
Da dies recht abstrakt klingen mag, versuche ich dies durch ein Bsp aus dem Alltag zu veranschaulichen.
Vor ca. 1,5 Jahren wurde ich auf der Autobahn mit einer um 20 km/h überhöhten Geschwindigkeit geblitzt.
Gerecht ist wenn ich dafür einen Strafzettel bekomme (und ihn bezahle). Das ist Gerechtigkeit.
Liebe oder Gnade, wäre wenn der zuständige Beamte beide Augen zudrückt. Das wäre aber wieder nicht gerecht.
Liebe, Gnade und Gerechtigkeit kann dann nur hergestellt werden, wenn die „Verurteilung“ stattfindet, die Rechnung aber von ihm bezahlt wird.
Auch wenn das jetzt ein sehr schwaches Bild, im Vergleich auf Jesus hin ist,  zeigt es, dass Gerechtigkeit notwendig ist und Vergebung kann nur hier nur durch Sühnung stattfinden.
Unser „Strafzettel“ für die Sünde muss bezahlt werden.
Am Kreuz hat Jesus diesen Strafzettel bezahlt.
Dies ist der Punkt, wo der Gott der Bibel sich am radikalsten von den alten heidnischen Göttern unterscheidet. Die Menschen der Antike wussten um den Zorn Gottes, sie begriffen das Prinzip der Gerechtigkeit, der Schuld und der Strafe, aber sie konnten sich nicht vorstellen, dass Gott in die Welt kommen würde, um die Strafe selber zu bezahlen. Das Kreuz ist die große Stellvertretungsaktion Gottes. Einen Gott, der so etwas tut, hätte Homer sich in seinen wildesten Fantasien nicht vorstellen können.  (Keller)

Schuld und Sühne (1)

Cross 3Vor 2000 Jahren starb Jesus an einem Kreuz. Am darauf folgenden Sonntag stand er wieder auf und war lebendig.
Die Geschichte seiner Gemeinde begründet sich auf dieses Ereignis (vergl. 1.Kor.15).Doch welchen Sinn hatte sein Tod? War es eine politische Hinrichtung? War es ein Zeichen, dass die Macht der Imperien brach?
Warum starb Jesus am Kreuz und warum ist diese Botschaft für die, welche die Errettung nicht annehmen, eine Dummheit (vergl. 1Kor 1,18)?

Die Notwendigkeit des Kreuzes
Warum ist das Kreuz notwendig, warum gab Jesus sein Leben? Braucht Gott das Kreuz? Was ist der Auslöser?
In Römer 3,22b-24 steht das alle Menschen Sünder sind (vergl. auch Römer 5,12). Jeder der ein einziges Gebot Gottes nicht einhält ist somit ein Sünder (Jak 2,10), kein Mensch ist außen vor. Demnach ist die Folge hiervon der Tod, dieser Umfasst nicht nur das Sterben des Körpers, sondern bewirkt eine Trennung von Gott nach dem Tod(vergl. u.a. Röm 5,8, Gal 6,7-8).
Demnach muss der Preis der Sünde (der ewige Tod) bezahlt werden. Gerechtigkeit ist, wenn Sünde von Gott bestraft wird.
Die Welt steht aufgrund der Sünde unter Gottes Zorn (vergl. u.a.Röm 1,18; Eph 2,3)

Warum das Kreuz
In Markus 10,45 sagt Jesus, dass er gekommen ist um sein Leben als Lösegeld (d.h. für den Freikauf) von vielen zu geben.
Sein Leben gibt er als Lösegeld, um die Menschheit freizukaufen. Hier stellt sich die Frage nach dem Warum.
Warum leidet Jesus am Kreuz, warum gibt er sein Leben. Für was stirbt Jesus?
Die Antwort ist in 1. Petrus 3,18 zu finden:
Christus selbst hat ja ebenfalls gelitten, als er, der Gerechte, für die Schuldigen starb. Er hat mit seinem Tod ein für allemal die Sünden der Menschen gesühnt und hat damit auch euch den Zugang zu Gott eröffnet. Ja, er wurde getötet, aber das betraf nur sein irdisches Leben, denn er wurde wieder lebendig gemacht zu einem Leben im Geist.
Jesus starb somit für die Menschheit, die vollkommen sündig ist. Durch seien Tod hat er die Sünde jedes Menschen gesühnt (vergl. auch Röm 3,25) . Dadurch wird der Weg zu Gott frei.
Jesus gibt sich somit sein Leben an der Stelle der Menschheit. Er stirbt damit jeder Mensch Vergebung bekommen kann. Er trägt das Urteil der Schuld, damit der Mensch nicht seine Sünde ewig tragen muss. (vergl. 2Kor 5,21)

In wie fern ermöglicht Jesu Tod die Sühne der Schuld und was hat es mit seinem Blut auf sich? Welche kritische Ansichten sind zu diesem Thema im Umlauf? Das sind Fragen auf die ich im nächsten Post eingehen werde.

Lennox vs Dawkins

Die zwei Oxford-Professoren John Lennox und Richard Dawkins diskutieren über die Gottesfrage.
John Lennox ist ein überzeugter evangelikaler Christ und Richard Dawkins gilt als einer der führenden Atheisten.