Gesetzlichkeit

Thomas Schirrmacher schreibt in seinem Buch Gesetz und Geist folgendes zu diesem Thema:

Die Warnung vor der Gesetzlichkeit ist […]eine Warnung davor, das Gesetz als Heilsweg mißzuverstehen oder den Heidenchristen das Zermonialgesetz aufzuzwingen oder aber das Gesetz unabhängig von Christus halten zu wollen.
[…] Clark geht davon aus, daß Gesetzlichkeit im Laufe der Theologiegeschichte immer die Auffassung bezeichnete, daß der Mensch durch das Halten des Gesetzes sein Heil erwirken könne. Das Gegenstück zur Gesetzlichkeit war dann die Rechtfertigung durch Glauben, die zum richtigen Auslegen der Gebote Gottes führt.

Schirrmacher definiert Gesetzlichkeit in 5 Kategorien
1. das Gesetz zu halten, um gerecht zu werden und das Heil zu erlangen
2.das Zermonialgesetz nach der Kreuzigung Jesu anderen auferlegen
3.zu den Geboten Gottes weitere menschliche Gebote und Traditionen hinzuzufügen
4.die wesentlichen Dinge zugunsten geringerer Dinge zu vergessen
5.nur auf eine äußere Erfüllung der Gebote Gottes zu achten

Darf ein Christ…. ?

Was darf alles ein Christ tun? Ist es für einen Christen erlaubt? Wie weit darf ich gehen?
Solche Fragen bekommt man immer wieder zu hören.
Zu diesem Thema schreibt Charles Ryrie folgendes:

Die Heiligkeit Gottes ist der Maßstab für das Leben und Verhalten des Gläubigen (1Joh 1,7). Das sollte alle nutzlosen Debatten beenden, was für den Christen erlaubt ist und was nicht. Unser Verhalten hat sich an der einfachen Frage zu messen: Ist es heilig? Das ist der einzige Maßstab für den Gläubigen. Er entspricht diesen Maßstab zwar nicht immer, darf ihn aber niemals aufgeben.

Die Frage ob ein Verhalten heilig ist oder nicht kann man übrigens mit der Bibel beantworten – wieder ein weiterer Grund die Bibel zu lesen.

Hoffnung: Gottes Königsherrschaft

Guido Baltes schreibt davon, wie wir Christen uns von der Hoffnung der kommenden Königsherrschaft Gottes anstecken lassen sollen:

Von der Hoffnung auf eine Welt, die besser ist als die, die wir gegenwärtig erleben. Auf eine veränderte Welt, in der Gottes Wille geschieht und seine Herrschaft anerkannt wird. In der alle Völker sich zu ihm wenden werden und die Erde voll sein wird von der Erkenntnis des Herrn, sowie Wasser die Meere bedeckt.

Wir warten auf diese Königsherrschaft Gottes. Denn es wird die Zeit kommen, in der Jesus als König wiederkommt. Es wird einen neuen Himmel und eine Neue Erde kommen und Jesus wird eine Herrschaft des Friedens aufrichten. Wölfe werden bei den Lämmern liegen, Schwerter werden zu Pflugscharen geschmiedet. Die Hoffnung Israels, die Hoffnung der Propheten – Jesus wird sie erfüllen – er wird wiederkommen.
Ja, komm Herr Jesus, komme bald!

Jesus als Zelot?

Der amerikanisch/iranische Autor Reza Aslan hat ein Buch über Jesus geschrieben und ihn dort als Zeloten beschrieben.
Demnach haben seine Jünger um der Rache Roms zu entgehen die Evangelien so geschrieben, dass Jesus nicht mehr als der verstanden wird, der Gewalt als legitime Widerstandsform verstand.
Daniel Frick hat bei Pro-Medienmagazin eine Rezension geschrieben:

[…]Die Berichte über Jesus in den neutestamentlichen Schriften, insbesondere den Evangelien, sind immer schon eine Deutung seiner Person. Demnach ist Jesus Christus der Erlöser der ganzen Welt. Um zu ermitteln, was zu dieser Deutung geführt haben könnte, müsste man also die „historischen Fakten“ herauslesen.[…]

[…] Jesus letztendlich nur einer der vielen Messiasse war, die ihr Volk befreien wollten. Wenn Jesus vom „Reich Gottes“ sprach, dann meinte er nicht ein „inwendiges“, „unsichtbares“ Reich, wie es die christliche Überlieferung Glauben macht, sondern die Restauration Israels. Mit seinen Heilungen und Wundern stellte er den etablierten Tempelbetrieb in Frage. […]

[…]Die Frage der Gewalt ist für Aslan entscheidend für die Identität Jesu: Wenn er Gewalt billigte, dann war er Zelot und nicht der „friedliebende“ Jesus des Christentums. Jesus billigte laut Aslan die Gewalt. Als Beleg zieht er eine bekannte Bibelstelle heran: In Matthäus 10,34 sagt Jesus, er sei nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert.[…]Darüber hinaus: In welcher Höhle versammelte Jesus seine bewaffneten Anhänger, um die römischen Truppen zu überrumpeln?[…] Weiterlesen

Jesus, Der Jude…

Im September diesen Jahres erschien das Buch von Guido Baltes Jesus, der Jude und die Missverständnisse der Christen.
In 8 Kapiteln geht er auf weit verbreite Missverständnisse in aktuellen Diskussionen über das Judentum und Jesus ein.
Mein Fazit ist: Alles in allem ist es ein großartiges Buch.
Es räumt Missverständnisse auf beiden Seiten auf – sowohl mit Vorurteilen als auch mit Theorien die durch zu einseitige Forschungen entstanden sind.

Verlagstext:

Dass Jesus ein Jude war, ist heute für jeden Christen selbstverständlich. Aber das war nicht immer so: Unser Bild des Judentums ist oft noch immer durch Unkenntnis oder Vorurteile der Vergangenheit getrübt. Dieses Buch baut eine Brücke, aus der Welt des modernen westlichen Christentums hinein in die Welt des Judentums zur Zeit Jesu. Es hilft, Jesus nicht nur durch die Brille unserer vertrauten christlichen Überzeugungen, sondern auch durch die Brille seiner jüdischen Zeitgenossen zu sehen.
Der Autor Guido Baltes hat in Jerusalem gelebt und gearbeitet. Aus den Erfahrungen seiner zahlreichen Gespräche mit Christen und Juden und aus der Begegnung mit dem Land der Bibel wirft er ein neues Licht auf vertraute Texte des Neuen Testaments. Er möchte dazu beitragen, dass die Begegnung mit Jesus nicht zu einer Abgrenzung vom Judentum führt, sondern zu einer tieferen Verwurzelung im jüdischen Denken und Glauben.

 

Weltveränderer

Er hat niemals ein Buch geschrieben.
Nie hat er ein Büro gehabt.
Er ging nicht zur Uni.
Niemals ging er weiter als 250 km vor dort, wo er geboren wurde.
Er hatte nie Beglaubigungsschreiben, nur sich selbst.
Er war erst 33, als die Flut der öffentlichen Meinung sich gegen ihn kehrte.
Seine Freunde rannten weg.Er wurde von seinen Feinden überwältigt und ging durch den Spott der Verhandlung.
Er wurde ans Kreuz genagelt zwischen zwei Verbrechern.
Während er starb, spielten die Soldaten um seine Kleider, dem einzigen Eigentum, das er auf der Erde hatte.
Als er tot war, wurde er in ein geliehenes Grab gelegt, das ein mitleidender Freund zur Verfügung stellte.
Zwanzig Jahrhunderte sind gekommen und gegangen.
Alle Armeen, die jemals marschierten,
alle Schiffe die jemals segelten,
alle Parlamente, die jemals tagten,
alle Könige, die jemals regierten –
alles das zusammengenommen,
haben nie das Leben der Menschen so bewegt wie Jesus.
Heute, zweitausend Jahre nach seinem Tod, lebt er noch immer, verändert Leben und bringt neue Hoffnung.

Aus Arno Backhaus, Bibel dir deine Meinung.