Schuld und Sühne (2)

Cross 3Und er ist das Sühneopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern für die der ganzen Welt. (1Joh 2,2)
Wer den Aussagen der Bibel nachgeht, stößt oft auf Fragen. Wozu braucht ein allmächtiger Gott ein Opfer für die Sünde? In wie fern kann das Blut von Jesus Vergebung bewirken (1Joh 1,7)?
Auf welche Art und Weise kann dies, in einer aufgeklärten Gesellschaft kommuniziert werden?

Eine Frage der Gerechtigkeit
Ist Gott rachsüchtig? Warum ist zur Vergebung das Sterben Jesu notwendig? Kann das ein Gott der Liebe sein?
Dies sind Fragen die gestellt werden.
Vorab, Gott ist weder rachsüchtig, noch blutrünstig oder ungerecht.
T. Keller schreib hierzu:
Lassen Sie mich die Antwort so anfangen: Jesus musste nicht sterben, obwohl Gott uns liebt, sondern weil Gott uns liebt. Und er musste sterben, weil alle Liebe die das Leben verändert, die Qualität eines stellvertretenden Opfers hat.
Gottes Liebe und Gerechtigkeit funktionieren nur im Tandem.
Der Gerechtigkeit, die Konsequenzen für ein Handeln fordert, steht die Liebe gegenüber die Versöhnung möchte.
Beides muss erfüllt werden.
Da dies recht abstrakt klingen mag, versuche ich dies durch ein Bsp aus dem Alltag zu veranschaulichen.
Vor ca. 1,5 Jahren wurde ich auf der Autobahn mit einer um 20 km/h überhöhten Geschwindigkeit geblitzt.
Gerecht ist wenn ich dafür einen Strafzettel bekomme (und ihn bezahle). Das ist Gerechtigkeit.
Liebe oder Gnade, wäre wenn der zuständige Beamte beide Augen zudrückt. Das wäre aber wieder nicht gerecht.
Liebe, Gnade und Gerechtigkeit kann dann nur hergestellt werden, wenn die „Verurteilung“ stattfindet, die Rechnung aber von ihm bezahlt wird.
Auch wenn das jetzt ein sehr schwaches Bild, im Vergleich auf Jesus hin ist,  zeigt es, dass Gerechtigkeit notwendig ist und Vergebung kann nur hier nur durch Sühnung stattfinden.
Unser „Strafzettel“ für die Sünde muss bezahlt werden.
Am Kreuz hat Jesus diesen Strafzettel bezahlt.
Dies ist der Punkt, wo der Gott der Bibel sich am radikalsten von den alten heidnischen Göttern unterscheidet. Die Menschen der Antike wussten um den Zorn Gottes, sie begriffen das Prinzip der Gerechtigkeit, der Schuld und der Strafe, aber sie konnten sich nicht vorstellen, dass Gott in die Welt kommen würde, um die Strafe selber zu bezahlen. Das Kreuz ist die große Stellvertretungsaktion Gottes. Einen Gott, der so etwas tut, hätte Homer sich in seinen wildesten Fantasien nicht vorstellen können.  (Keller)

Schuld und Sühne (1)

Cross 3Vor 2000 Jahren starb Jesus an einem Kreuz. Am darauf folgenden Sonntag stand er wieder auf und war lebendig.
Die Geschichte seiner Gemeinde begründet sich auf dieses Ereignis (vergl. 1.Kor.15).Doch welchen Sinn hatte sein Tod? War es eine politische Hinrichtung? War es ein Zeichen, dass die Macht der Imperien brach?
Warum starb Jesus am Kreuz und warum ist diese Botschaft für die, welche die Errettung nicht annehmen, eine Dummheit (vergl. 1Kor 1,18)?

Die Notwendigkeit des Kreuzes
Warum ist das Kreuz notwendig, warum gab Jesus sein Leben? Braucht Gott das Kreuz? Was ist der Auslöser?
In Römer 3,22b-24 steht das alle Menschen Sünder sind (vergl. auch Römer 5,12). Jeder der ein einziges Gebot Gottes nicht einhält ist somit ein Sünder (Jak 2,10), kein Mensch ist außen vor. Demnach ist die Folge hiervon der Tod, dieser Umfasst nicht nur das Sterben des Körpers, sondern bewirkt eine Trennung von Gott nach dem Tod(vergl. u.a. Röm 5,8, Gal 6,7-8).
Demnach muss der Preis der Sünde (der ewige Tod) bezahlt werden. Gerechtigkeit ist, wenn Sünde von Gott bestraft wird.
Die Welt steht aufgrund der Sünde unter Gottes Zorn (vergl. u.a.Röm 1,18; Eph 2,3)

Warum das Kreuz
In Markus 10,45 sagt Jesus, dass er gekommen ist um sein Leben als Lösegeld (d.h. für den Freikauf) von vielen zu geben.
Sein Leben gibt er als Lösegeld, um die Menschheit freizukaufen. Hier stellt sich die Frage nach dem Warum.
Warum leidet Jesus am Kreuz, warum gibt er sein Leben. Für was stirbt Jesus?
Die Antwort ist in 1. Petrus 3,18 zu finden:
Christus selbst hat ja ebenfalls gelitten, als er, der Gerechte, für die Schuldigen starb. Er hat mit seinem Tod ein für allemal die Sünden der Menschen gesühnt und hat damit auch euch den Zugang zu Gott eröffnet. Ja, er wurde getötet, aber das betraf nur sein irdisches Leben, denn er wurde wieder lebendig gemacht zu einem Leben im Geist.
Jesus starb somit für die Menschheit, die vollkommen sündig ist. Durch seien Tod hat er die Sünde jedes Menschen gesühnt (vergl. auch Röm 3,25) . Dadurch wird der Weg zu Gott frei.
Jesus gibt sich somit sein Leben an der Stelle der Menschheit. Er stirbt damit jeder Mensch Vergebung bekommen kann. Er trägt das Urteil der Schuld, damit der Mensch nicht seine Sünde ewig tragen muss. (vergl. 2Kor 5,21)

In wie fern ermöglicht Jesu Tod die Sühne der Schuld und was hat es mit seinem Blut auf sich? Welche kritische Ansichten sind zu diesem Thema im Umlauf? Das sind Fragen auf die ich im nächsten Post eingehen werde.

Rob Bell, Himmel Hölle und Gott

Rob Bell hat mit seinem Buch Love wins (auf Deutsch „Das letzte Wort hat die Liebe“) ordentlich für Furore gesorgt. Ich möchte ein kurzes Statement zu diesem Buch geben (ich werde dort der kürze wegen nicht auf alle Punkte eingehen)

Vorab. Ich gehöre weder zu den Befürworten von Bell aus der emergenten Szene, noch zu den Leuten von der Bell go to Hell Bewegung (mir ist beides zuwider).

Kommen wir zum Buch:

Ein paar Beobachtungen vorab

Bei lesen des Buches ist mir erstens aufgefallen, das Bell über einen faszinierenden Schreibstiel verfügt, er ist ein Meister der Worte und kann sie so verpacken das seine Argumente den Hauch einer Logik zu haben scheinen.

Nun zum Inhalt.

Rob Bell versteht es Fragen zu stellen.

Am Anfang seines Buches stellt er die Notwendigkeit einer Bekehrung infrage….

Aus Bells Sicht müssen wir unser Verständnis von Himmel und Hölle komplett über den Haufen werfen.
Die Hölle von der Jesus spricht bezeichnet er als die brennende Mülldeponie der damaligen Zeit – ob er dies unwissend oder gegen besseren Wissens getan hat möchte ich nicht beurteilen, Fakt ist, dass diese Mülllegende erst im Mittelalter entstanden ist und keine Nachweise für die Theorie vorliegen.

Laut Bell findet man Himmel und Hölle erstens auf der Erde wieder.

Er hat auch ein Bild von Himmel und Hölle nach dem Tod, aber für ihn ist es weder ein ewiger, noch ein Ort aus dem man nicht fliehen kann.

Bell sagt erstmal das der Mensch die freie Entscheidung nach dem Tod hat, ob er Himmel oder Hölle will, seiner Ansicht kann man diese Entscheidung dann auch jederzeit wieder korrigieren…

Laut Bell ist Himmel und Hölle in der Ewigkeit nicht räumlich getrennt,

Er schreibt: „Die Hölle findet auf dem Fest statt.  Das macht sie so höllisch“

Was ist das für ein Himmel oder für eine Hölle?

Bells Sicht der Hölle beschreibt er folgendermaßen: „Hölle ist die Weigerung zu vertrauen“…

Das was in diesem Buch geschrieben ist klingt zwar alles nett, aber es geht an der Realität vorbei.

Schlimmer noch, es geht an der Wahrheit vorbei und wiegt Menschen die Gott nicht kennen in eine falsche Sicherheit.

Es verzehrt die Aussagen der Bibel und schlimmer noch in diesem Buch wird der gerechte Gott auch in einem sehr verzehrten Bild gezeigt.

Insgesamt ist dieses Buch stark fraglich und aus meiner Sicht nicht zu einer weiteren Erhellung des Themas hilfreich.

Missionale Gemeinden?

In seinem Buch Gemeinde. Aber richtig, geht L.J. Crabb auch auf das Thema missionale Gemeinden ein, er schreibt über diese :

Eine Betonung, die ich nicht höre – manchmal wird es geradezu bestritten, meistens jedoch einfach nicht nur erwähnt -, ist die Notwendigkeit einer Bekehrung; die Notwendigkeit, gerettet zu werden, sich als einen Sünder zu sehen, der die unfassbare Chance hat, Vergebung zu erlangen und ein ewiges Leben im Himmel zu gesichert zu bekommen.

Einem hungrigen Kind im Namen Jesu zu essen zu geben ist gut. Doch wenn diese missionale Aktivität nicht in der von Gebet begleiteten Hoffnung geschieht, dass das hungrige Kind Christus als seinen Retter von der Sünde annehmen und in der Zuversicht auf ein wunderbares, nie endendes Leben im neuen Himmel und auf der neuen Erde leben wird, und wenn das Blut Christi nicht als kostbar angesehen wird als Nahrung und Obdach, dann fällt es mir schwer, diese Mission als christlich zu betrachten.[..]

Das Reich Gottes kommt auf die Erde, wenn ein Mensch auf dem Weg zur Hölle Christ wird und wenn der Wert des Todes Christi über alle andern Werte geschätzt wird.[…]

Die missionale Gemeinde muss sich auf die Wahrheit besinnen, dass Christus unsere Hoffnung auf künftige Herrlichkeit ist, nicht die totale Erfahrung in der Gegenwart, und dass die Vorfreude und der Durst nach jenem Tag uns durch die Leere und Einsamkeit hindurch tragen werden, die wir in dieser Welt empfinden.
Sie muss ihr Bewusstsein vertiefen, dass  es im Leben jedes Christen nach wie vor Sünde, Scham und Schwächen gibtm denen er sich in der Gegenwart einer gnadenerfüllten Gemeinschaft bis zur Zerbrochenheit authentisch stellen muss. Und sie muss sich neu auf das Kreuz Christi als den Zugang zu Gegenwart Gottes  ausrichten.

Ein emergentes Glaubensbekenntnis

Auf dem Blog von Ron Kubsch habe ich folgendens Zitat von Donald Carson über die Emerging Church gefunden (Vorsicht eine Spur von Humor könnte enthalten sein 😉 )

Im Anfang war die Vielfalt und die Vielfalt war bei Gott und Gott war die Vielfalt. Ohne die Vielfalt ist nichts gemacht, was gemacht ist. Es begab sich aber, dass grantige alte ›rechtgläubige‹ Leute die Vielfalt einengten und sie schließlich ausgrenzten und als Häresie ablehnten. Doch in der Fülle der Zeit (die natürlich unsere Zeit ist) erstand die Vielfalt und zerschmetterte die Rechtgläubigkeit. Und nun, die Vielfalt sei gebenedeit, als einz’ge Häresie bleibt – die Rechtgläubigkeit.