Kein Glaube ohne Umkehr

Wayne Grudem schreib in seinem Buch Biblische Dogmatik Folgendes zu diesem Thema:

Wenn wir uns dessen bewusst werden, dass echter rettender Glaube von echter Buße für die Sünde begleitet sein muss, hilft uns dies zu verstehen, weshalb manche Evangeliusverkündigung heute nur solche unzureichenden Ergebnisse erbringt. Wenn die Notwendigkeit der Buße gar nicht erwähnt wird, lautet die Botschaft des Evangeliums manchmal nur: „Glaube an Jesus Christus, und du wirst gerettet werden“,  ohne dass überhaupt noch etwas von der Buße gesagt wird. Diese verwässerte Version des Evangeliums fordert keine rückhaltlose Hingabe an Christus von ganzem Herzen – die Hingabe an Christus muss, wenn sie echt sein will, einen Herzensentschluss zur Abkehr von der Sünde einschließen. Predigt man die Notwendigkeit des Glaubens ohne Buße, so predigt man nur das halbe Evangelium. Dies wird zur Folge haben, dass viele Menschen getäuscht werden; sie denken dann, sie hätten das christliche Evangelium gehört und es ausprobiert, aber es sei nicht mit ihnen geschehen. Sie könnten sogar etwa Folgendes sagen: „ich habe Jesus Christus immer wieder als meinen Retter angenommen, und es hat nie richtig funktioniert.“ In Wirklichkeit jedoch haben sie Christus nie richtig als ihren Retter angenommen, denn er kommt in seiner Majestät zu uns und lädt uns ein, ihn als denjenigen zu empfangen, der er ist – als denjenigen der auch der absolute Herr unseres Lebens zu sein verdient und verlangt.

Rückblick ProChrist

Gott hat uns nicht vergessen.
So lautet das Motto der diesjährigen ProChrist Veranstaltung.
Nicht nur in der gut gefüllten Porschearena, sondern auch in ganz Europa wurde die Veranstaltung besucht.

An zwei Abenden war ich vor Ort.
Parzany verstand es, die gute Nachricht mit Worten von Heute und unmissverständlich herüber zubringen.
Er erklärte das Evangelium, sprach von Bekehrung und rief die Zuhörer zu einer Umkehr zu Jesus auf.
Es waren beeindruckende Momente. Mehrere Hunderte folgten den Aufruf und übergaben ihr Leben Jesus.

Parzany scheute sich nicht auch, biblische Werte zu verkünden, was in einer intoleranten Zeit, wie der unsrigen immer wieder auf Gegenwehr stößt.
So bezeichnet ihn Welt online in einem kritischen Artikel als einen „homophoben Fundamentalisten“.
Des weiteren zu lesen ist folgendes:
In seinen Predigten und Büchern zerfetzt er jedenfalls so manches, was liberalen Mainstream-Christen lieb und teuer ist. Über die Allversöhnungslehre, nach der ausnahmslos alle Menschen einst in göttlicher Harmonie leben werden, lacht er herzlich.
Dass alle Religionen gleichwertige Wege zu Gott seien, hält er für gut gemeinten Mumpitz, die historische Bibelkritik scheint ihm so hilfreich
wie ein Kropf. Und Homosexualität mag er auch nicht als der Heterosexualität gleichwertig anerkennen.[…]Was also treibt die EKD, diesen Plagegeist aller theologisch Liberalen zu unterstützen

Hierbei muss angemerkt werden, dass dieser Artikel, als eine Art Gütersiegel für eine gute Evangelisation verstanden werden kann, denn wenn die Journalisten auf diese Weise aufschreien, zeigt dies, dass der Mut vorhanden ist, gegen das Diktat des Relativismus, das Evangelium klar und biblisch zu verkündigen.

Veranstaltungen wie ProChrist sind erfreulich und es ist zu hoffen, dass es auch nach Parzany so weitergeht.

Alles Fassade?

Wer Sonntags im Gottesdienst um sich schaut, kann fast meinen alle um ihn herum seien Heilige.
Alles wirkt oft perfekt  –  von außen.
Wir scheinen keine Probleme, keine offene Fragen zu haben.
Der Glauben scheint zu laufen. Wir wirken brennend im Glauben.

Manchmal frag ich mich, was ist Fassade und was ist echt.
Wie sind wir außerhalb der heiligen Mauern?
Wie leben wir in unserem privaten Umfeld?
Genau so heilig?
Oder tragen wir einfach nur Masken?
Masken und Fassaden.
Ist unser Glaube wirklich authentisch?
Wir beten für andere Menschen – sie sollen zum Glauben finden.
Wie sieht es mit uns aus – sollten wir nicht oft in unserem Leben aufräumen?
In zwischenmenschlichen Beziehungen, in Streit.

Erweckung kann nur geschehen wenn die Fassade niedergerissen wird, wenn Masken fallen.
Erweckung fängt bei den Christen an – bei jeden Einzelnen.
Es fängt mit dem Aufräumen im persönlichen Leben an.

Die Fassade muss weg.

Schuld und Sühne (2)

Cross 3Und er ist das Sühneopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern für die der ganzen Welt. (1Joh 2,2)
Wer den Aussagen der Bibel nachgeht, stößt oft auf Fragen. Wozu braucht ein allmächtiger Gott ein Opfer für die Sünde? In wie fern kann das Blut von Jesus Vergebung bewirken (1Joh 1,7)?
Auf welche Art und Weise kann dies, in einer aufgeklärten Gesellschaft kommuniziert werden?

Eine Frage der Gerechtigkeit
Ist Gott rachsüchtig? Warum ist zur Vergebung das Sterben Jesu notwendig? Kann das ein Gott der Liebe sein?
Dies sind Fragen die gestellt werden.
Vorab, Gott ist weder rachsüchtig, noch blutrünstig oder ungerecht.
T. Keller schreib hierzu:
Lassen Sie mich die Antwort so anfangen: Jesus musste nicht sterben, obwohl Gott uns liebt, sondern weil Gott uns liebt. Und er musste sterben, weil alle Liebe die das Leben verändert, die Qualität eines stellvertretenden Opfers hat.
Gottes Liebe und Gerechtigkeit funktionieren nur im Tandem.
Der Gerechtigkeit, die Konsequenzen für ein Handeln fordert, steht die Liebe gegenüber die Versöhnung möchte.
Beides muss erfüllt werden.
Da dies recht abstrakt klingen mag, versuche ich dies durch ein Bsp aus dem Alltag zu veranschaulichen.
Vor ca. 1,5 Jahren wurde ich auf der Autobahn mit einer um 20 km/h überhöhten Geschwindigkeit geblitzt.
Gerecht ist wenn ich dafür einen Strafzettel bekomme (und ihn bezahle). Das ist Gerechtigkeit.
Liebe oder Gnade, wäre wenn der zuständige Beamte beide Augen zudrückt. Das wäre aber wieder nicht gerecht.
Liebe, Gnade und Gerechtigkeit kann dann nur hergestellt werden, wenn die „Verurteilung“ stattfindet, die Rechnung aber von ihm bezahlt wird.
Auch wenn das jetzt ein sehr schwaches Bild, im Vergleich auf Jesus hin ist,  zeigt es, dass Gerechtigkeit notwendig ist und Vergebung kann nur hier nur durch Sühnung stattfinden.
Unser „Strafzettel“ für die Sünde muss bezahlt werden.
Am Kreuz hat Jesus diesen Strafzettel bezahlt.
Dies ist der Punkt, wo der Gott der Bibel sich am radikalsten von den alten heidnischen Göttern unterscheidet. Die Menschen der Antike wussten um den Zorn Gottes, sie begriffen das Prinzip der Gerechtigkeit, der Schuld und der Strafe, aber sie konnten sich nicht vorstellen, dass Gott in die Welt kommen würde, um die Strafe selber zu bezahlen. Das Kreuz ist die große Stellvertretungsaktion Gottes. Einen Gott, der so etwas tut, hätte Homer sich in seinen wildesten Fantasien nicht vorstellen können.  (Keller)

Die Frage der Hölle

Die Frage der Hölle bewegt die Menschen. Es ist eine Frage der Trauer, eine Frage von Schmerz.
Ein Thema das erst ist. Ein vielschichtiges Thema. Pauschalantworten helfen nicht weiter.
Was ist die Hölle und wie lang geht sie? Die Hölle lässt viele Fragen offen.
Unsere Vorstellungen, die Bilder die in unseren Köpfen sind, woher kommen sie? Ein Produkt des Mittelalters, oder der Bibel?
Was sagt die Bibel zu diesem heiß diskutierten Thema?
Auf 15 Seiten habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt, das Resultat kann hier eingesehen werden:

Ein Diskurs über die Hölle

Schuld und Sühne (1)

Cross 3Vor 2000 Jahren starb Jesus an einem Kreuz. Am darauf folgenden Sonntag stand er wieder auf und war lebendig.
Die Geschichte seiner Gemeinde begründet sich auf dieses Ereignis (vergl. 1.Kor.15).Doch welchen Sinn hatte sein Tod? War es eine politische Hinrichtung? War es ein Zeichen, dass die Macht der Imperien brach?
Warum starb Jesus am Kreuz und warum ist diese Botschaft für die, welche die Errettung nicht annehmen, eine Dummheit (vergl. 1Kor 1,18)?

Die Notwendigkeit des Kreuzes
Warum ist das Kreuz notwendig, warum gab Jesus sein Leben? Braucht Gott das Kreuz? Was ist der Auslöser?
In Römer 3,22b-24 steht das alle Menschen Sünder sind (vergl. auch Römer 5,12). Jeder der ein einziges Gebot Gottes nicht einhält ist somit ein Sünder (Jak 2,10), kein Mensch ist außen vor. Demnach ist die Folge hiervon der Tod, dieser Umfasst nicht nur das Sterben des Körpers, sondern bewirkt eine Trennung von Gott nach dem Tod(vergl. u.a. Röm 5,8, Gal 6,7-8).
Demnach muss der Preis der Sünde (der ewige Tod) bezahlt werden. Gerechtigkeit ist, wenn Sünde von Gott bestraft wird.
Die Welt steht aufgrund der Sünde unter Gottes Zorn (vergl. u.a.Röm 1,18; Eph 2,3)

Warum das Kreuz
In Markus 10,45 sagt Jesus, dass er gekommen ist um sein Leben als Lösegeld (d.h. für den Freikauf) von vielen zu geben.
Sein Leben gibt er als Lösegeld, um die Menschheit freizukaufen. Hier stellt sich die Frage nach dem Warum.
Warum leidet Jesus am Kreuz, warum gibt er sein Leben. Für was stirbt Jesus?
Die Antwort ist in 1. Petrus 3,18 zu finden:
Christus selbst hat ja ebenfalls gelitten, als er, der Gerechte, für die Schuldigen starb. Er hat mit seinem Tod ein für allemal die Sünden der Menschen gesühnt und hat damit auch euch den Zugang zu Gott eröffnet. Ja, er wurde getötet, aber das betraf nur sein irdisches Leben, denn er wurde wieder lebendig gemacht zu einem Leben im Geist.
Jesus starb somit für die Menschheit, die vollkommen sündig ist. Durch seien Tod hat er die Sünde jedes Menschen gesühnt (vergl. auch Röm 3,25) . Dadurch wird der Weg zu Gott frei.
Jesus gibt sich somit sein Leben an der Stelle der Menschheit. Er stirbt damit jeder Mensch Vergebung bekommen kann. Er trägt das Urteil der Schuld, damit der Mensch nicht seine Sünde ewig tragen muss. (vergl. 2Kor 5,21)

In wie fern ermöglicht Jesu Tod die Sühne der Schuld und was hat es mit seinem Blut auf sich? Welche kritische Ansichten sind zu diesem Thema im Umlauf? Das sind Fragen auf die ich im nächsten Post eingehen werde.