Dürfen wir noch träumen?

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Dürfen wir noch hoffen?
Träumen und hoffen für unsere Welt, für unsere Gesellschaft.
Ist der Traum von einer Welt, in der Gottes Maßstäbe gelebt werden eine Illusion?
Dürfen wir noch hoffen, dass Gott in unserer Welt eingreift.
Dürfen wir träumen, dass in Deutschland Massen Jesus erleben?
Dürfen wir uns dafür einsetzen und große Ziele haben – ohne als realitätsfern zu gelten?
Können wir noch großes von Gott erwarten  und großes für Gott wagen?

Ich träume von Christen, die Hoffnung wagen. Christen, die nicht an die Unmöglichkeit glauben.
Christen die mit Gott über die Mauer der Unmöglichkeit springen.
Gott hat uns nicht vergessen, deshalb werden Träume und Visionen gebraucht, denn Europa braucht Jesus.

 Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende! Geht hin! Siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe. [Lk 10,2-3]

Schwache Helden

Gott braucht keine Helden – aber es gibt sie dennoch.
Die Bibel zeigt verschiedene Berichte über Helden Gottes.
Von Abraham bis Paulus ist die Reihe lang und vielfältig.
Doch was zeichnet diese Menschen aus, was macht sie so besonders?
Waren sie einfach super-fromme und willensstark?
Menschen die mit dem Heiligenschein zur Welt kamen?
Helden, die sich durch nichts aus der Bahn werfen ließen, die einfach unbesiegbar waren?

Das interessante an der Bibel ist, dass dies gar nicht so geschildert wird.
Paulus, man könnte meinen er sei ein Mann wie ein Baum, dem nichts aus der Fassung bringt.
Ein Heiliger wie kein zweiter. – Der Heiligenschein war nur eine Formsache. Ein Mann ohne Fehler.
Könnte man meinen… wenn man ihn nicht kennt.
Paulus hatte keine weise Weste.
Er war früher ein Christenverfolger, verachtete Jesus und meinte Gott damit ein Gefallen zu tun. Er hatte einen „Pfahl im Fleisch“ und war dazu noch unverheiratet.

Paulus ist derjenige, der die meisten Briefe in NT schrieb, der Missionsreisen unternahm und die Welt mit dem Evangelium auf dem Kopf stellte.
Was war sein Geheimnis? Wie konnte er so erfolgreich sein?
Er schreibt im Bezug auf sich selbst, dass in seiner eigenen Schwachheit, die Kraft Gottes am wirken ist.
Das Geheimnis ist Gott, er wirkte in im, weil Paulus seine Abhängigkeit von Gott erkannte. Er wusste, dass er auf Gott angewiesen war.
Wer erkennt, dass es nicht auf die eigene Kraft, sondern ganz auf Gott ankommt, den kann Gott gebrauchen.
Helden braucht Gott nicht, er macht aus Schwachen Helden.

Gibt es Helden?

Wir waren Helden. So lautet ein bekannter Film über den Vietnamkrieg. Es geht um eine Gruppe Soldaten die einen Gegner (der zahlenmäßig überlegen ist) in die Flucht schlagen.

Wahre Helden, sind sie das?

Helden Im Glauben werden auch oft gesucht. Gibts solche wirklich? Sind wahre Helden solche die hervorragend Großveranstaltung leiten, irgendwelche Projekte aus dem Boden stampfen und sich nichts sichtbares zu Schulden kommen lassen?

Was macht ein Mensch in Gottes Augen zu einem Held?

Vorab, Gott brauch für sein Werk keine Superhelden – die gibt es eh nicht (auch wenn manche es gern wären 😉 ).

In der Bibel wird im Hebräerbrief von Glaubenshelden berichtet.

Waren das alles vollkommene Menschen?

Greifen wir z.B. mal Mose raus, war er in menschlichen Augen ein Held? Schauen wir uns mal sein Leben an.

Als Kind wird er von der Tochter des Pharahos adoptiert. Er weiß, dass sein eigentliches Volk von diesem unterdrückt wird und will ihm helfen. Mit 40 endet so ein Versuch in einem Mord, Mose muss fliehen und ist die nächsten 40 Jahre seines Lebens ein Hirte und innerlich total am  Ende, sein großes Selbstbewusstsein und sein Stolz ist zerbrochen.

Ist sowas heldenhaft? Nein, weder in unseren noch in Gottes Augen.

Aber dann begegnet Gott Mose und er lässt sich von ihm führen und bestimmen – die Folge von Gottes Eingreifen sind Wunder ohne Ende. Israel wird ein freies Volk und von Mose in die Freiheit geführt.

Das Geheimnis war das Mose sich von Gott im zweiten Anlauf gebrauchen lassen hat und auf Gottes Kraft vertraute und nicht mehr auf die eigene Fähigkeit.  Das machte ihm (trotz aller seiner vorherigen Fehler) zu einem Held in Gottes Augen.

Gott braucht uns nicht

Magnus Malm schreibt in seinem Buch Gott braucht keine Helden passend zu diesem Thema:

Jeder Versuch des Menschen, diskret sich selbst in die Hauptrolle zu bugsieren und Gott abhängig von unserer Frömmigkeit zu machen, führt unweigerlich zu einem unterdrückerischen und lebslosen religiösen System, das der lebendige Gott dann erneut zerstören muß – um des Lebens willen.
Gott braucht uns nicht. Wir brauchen Gott

Gott braucht keine Helden

Zur Zeit lese ich das Buch Gott braucht keine Helden.
Dort schreibt Magnus Malm über ein falsches oder gar selbstsüchtiges Berufungsverständnis, dass eigentlich nur ein Mittel zur Selbstverwirklichung ist, folgendes:

Wie oft steckt hinter der Frage nach meiner Berufung nicht eigentlich mein unterschwelliges Bedürfnis, mich vor Gott zur rechtfertigen – ihm durch die stramme Erfüllung einer geistlichen Aufgabe zu beweisen, daß ich seine Gunst verdiene?
Aber das bedeutet dann doch, daß ich unbewußt die Menschen, denen ich diene, als Mittel zum Zweck benutze. Ich diene ihnen nicht aus meiner Identität heraus, ich brauche sie um meine Identität zu bekommen. Es kommt zu einem Kräftefluß in die falsche Richtung: von ihnen zu mir statt umgekehrt. Das Ergebnis ist eine schleichende Ermattung, die manchmal sehr schwer greifbar ist. Hier liegt auch die tiefste Ursache für viel Karrieredenken und Machtkämpfen in frommem Gewand. Bei vielen Konflikten in Kirchen und Gemeinden geht es eigentlich gar nicht um Theologie, sondern um die Verteidigung unserer so mühsam aufgebauten Identitätskulisse.