Kein Glaube ohne Umkehr

Wayne Grudem schreib in seinem Buch Biblische Dogmatik Folgendes zu diesem Thema:

Wenn wir uns dessen bewusst werden, dass echter rettender Glaube von echter Buße für die Sünde begleitet sein muss, hilft uns dies zu verstehen, weshalb manche Evangeliusverkündigung heute nur solche unzureichenden Ergebnisse erbringt. Wenn die Notwendigkeit der Buße gar nicht erwähnt wird, lautet die Botschaft des Evangeliums manchmal nur: „Glaube an Jesus Christus, und du wirst gerettet werden“,  ohne dass überhaupt noch etwas von der Buße gesagt wird. Diese verwässerte Version des Evangeliums fordert keine rückhaltlose Hingabe an Christus von ganzem Herzen – die Hingabe an Christus muss, wenn sie echt sein will, einen Herzensentschluss zur Abkehr von der Sünde einschließen. Predigt man die Notwendigkeit des Glaubens ohne Buße, so predigt man nur das halbe Evangelium. Dies wird zur Folge haben, dass viele Menschen getäuscht werden; sie denken dann, sie hätten das christliche Evangelium gehört und es ausprobiert, aber es sei nicht mit ihnen geschehen. Sie könnten sogar etwa Folgendes sagen: „ich habe Jesus Christus immer wieder als meinen Retter angenommen, und es hat nie richtig funktioniert.“ In Wirklichkeit jedoch haben sie Christus nie richtig als ihren Retter angenommen, denn er kommt in seiner Majestät zu uns und lädt uns ein, ihn als denjenigen zu empfangen, der er ist – als denjenigen der auch der absolute Herr unseres Lebens zu sein verdient und verlangt.

Geschichten und Mission

Innerhalb der interkulturellen Mission, aber aus meiner Sicht auch in Deutschland, ist das Erzählen von Geschichten wichtig.
T.A. Steffen nennt 7 Gründe hierzu:

1. Das Geschichtenerzählen ist eine universale Form der Kommunikation
2. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung bevorzugt diese konkrete Lernmethode
3. Geschichten stehen in Beziehungen zu unseren Vorstellungen und Gefühlen
4. Alle grossen Religionen verwenden Geschichten um ihre Jugend zu sozialisieren, potentielle Nachfolger zu bekehren und ihre Mitglieder zu indoktirnieren
5. Ungefähl 76% der Bibel bestehen aus Geschichten
6. Geschichten schaffen Instant – Evangelisten
7. Jesus lehrte Theologie durch Geschichten

Wege in die missionarische Praxis

Hans Ulrich Reifler zeigt folgende Schritte auf dem Weg zum Missionsdienst:

1. Leben aus der persönlichen Verbindung mit Gott
2. Identifizierung mit der örtlichen Gemeinde
3. Praktizieren, Erfahrungen machen in einem missionarischen Lebensstil
4. Kontakte mit Missionaren und Missionsgesellschaften
5. Überprüfen, was persönlich in Frage kommt
6. Anmelden für die erforderliche Ausbildung

Eigenschaften für Missionare – nach Hudson Taylor

Hudson Taylor nennt 8 Eigenschaften für einen Missionar zusammen:

1. Ein Gott hingegebenes Leben, dass vom Heiligen Geist kontrolliert wird
2. Ein in Gott ruhendes Vertrauen darauf, dass er für alle Bedürfnisse sorgen wird
3. Ein umgänglicher Sinn und die Bereitschaft, einen niedrigen Platz einzunehmen
4. Takt im Umgang mit Menschen und Anpassungsfähigkeit an alle Umstände
5. Eifer im Dienst und Standfestigkeit bei Entmutigungen
6. Liebe zum Umgang mit Gott und zum Studium seines Wortes
7. Erfahrung und Segen in der Arbeit zu Hause
8. Einen gesunden Leib und ein beweglichen Geist

Nicht unterrichtete Fächer für eine theologische Ausbildung

Für eine Arbeit als Pastor, Missionar oder einen anderen geistlichen Dienst, gibt es wichtige 7 Fächer die jeder lernen sollte:

1. Ein jeder sehe nicht auf das Seine (Phil 2,4)
2. Gute Teamarbeit (1Kor 15,57-58)3. Einen Zorn oder eine Differenz verarbeiten (Eph 4,26)
4. Eine Verletzung ausglätten (Gal 6,1)
5. Beitrag zu einer gesunden, freundlichen Atmosphäre (Phil 4,8)
6. Ehre: den Vorgesetzten und jedermann (1Petr 2,17)
7. Warten, Geduld üben (Hebr 10,35-36)

Schwache Helden

Gott braucht keine Helden – aber es gibt sie dennoch.
Die Bibel zeigt verschiedene Berichte über Helden Gottes.
Von Abraham bis Paulus ist die Reihe lang und vielfältig.
Doch was zeichnet diese Menschen aus, was macht sie so besonders?
Waren sie einfach super-fromme und willensstark?
Menschen die mit dem Heiligenschein zur Welt kamen?
Helden, die sich durch nichts aus der Bahn werfen ließen, die einfach unbesiegbar waren?

Das interessante an der Bibel ist, dass dies gar nicht so geschildert wird.
Paulus, man könnte meinen er sei ein Mann wie ein Baum, dem nichts aus der Fassung bringt.
Ein Heiliger wie kein zweiter. – Der Heiligenschein war nur eine Formsache. Ein Mann ohne Fehler.
Könnte man meinen… wenn man ihn nicht kennt.
Paulus hatte keine weise Weste.
Er war früher ein Christenverfolger, verachtete Jesus und meinte Gott damit ein Gefallen zu tun. Er hatte einen „Pfahl im Fleisch“ und war dazu noch unverheiratet.

Paulus ist derjenige, der die meisten Briefe in NT schrieb, der Missionsreisen unternahm und die Welt mit dem Evangelium auf dem Kopf stellte.
Was war sein Geheimnis? Wie konnte er so erfolgreich sein?
Er schreibt im Bezug auf sich selbst, dass in seiner eigenen Schwachheit, die Kraft Gottes am wirken ist.
Das Geheimnis ist Gott, er wirkte in im, weil Paulus seine Abhängigkeit von Gott erkannte. Er wusste, dass er auf Gott angewiesen war.
Wer erkennt, dass es nicht auf die eigene Kraft, sondern ganz auf Gott ankommt, den kann Gott gebrauchen.
Helden braucht Gott nicht, er macht aus Schwachen Helden.