Leben, Tod und Geburt

Gibt es ein Leben nach dem Tod und gibt es einen Gott?
Eine Geschichte die mich an diese Frage erinnert:

9270Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das ist Blödsinn!“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“

„So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.“

„Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt’. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punkt.“

„Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt….“

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Glaube, Zweifel und Intellekt

In seinem Buch Glauben & Zweifel schreibt John Ottberg:

Ich bin versucht, anzunehmen, dass der Zweifel lediglich ein Problem des Intellekts ist. Doch ob man in Bezug auf den Glauben die richtigen Entscheidungen trifft – genau wie beim Treffen guter Lebensentscheidungen ganz allgemein -, scheint nicht in erster Linie vom Intelligenzquotienten abzuhängen. Kluge Menschen fahren den Karren genauso leicht an die wand wie wir anderen.
Drei Männer sitzen in einem Flugzeug:der Pilot, ein Pfandfinder und der klügste Mann der Welt. Der Motor versagt, das Flugzeug gerät ins Trudeln, und es gibt nur zwei Fallschirme an Bord. Der kluge Mann schnappt sich einen davon. „Tut mir wirklich leid“, sagt er, „aber ich bin der klügste Mann der Welt. Ich muss an das Wohl dieses Planeten denken.“ Mit diesen Worten springt er aus dem Flugzeug. Der Pilot wendet sich an den Pfadfinder und sprich davon, dass er ein langes, erfülltes Leben gehabt und dass der Junge das ganze Leben noch vor sich habe. Er fordert ihn auf, den letzten Fallschirm zu nehmen und zu überleben. „Immer mit der Ruhe, Kapitän“, entgegnete der Pfandfinder. „Der klügste Mann der Welt ist soeben mit meinem Rucksack aus dem Flugzeug gesprungen.“
Unsere Welt ist voller kluge Menschen, die mit einem Rucksack aus dem Flugzeug springen.

Es gehört zu den Paradoxa von Glaube und Zweifel, dass diese Frage die ultimative intellektuelle Herausforderung darstellt und es trotzdem einfache, ungebildete Leute gibt, die sehr weise leben, und andere mit Doktortitel, die sich für die Torheit entscheiden.